Borderline Syndrom - immer mehr Betroffene
Als eine sich häufende «Erkrankung unserer Zeit» betitelt Dr. Samuel Pfeifer, Leiter der Klinik Sonnenhalde in Riehen, in der TV-Sendung FENSTER ZUM SONNTAG Talk das «Borderline-Syndrom».
Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägter emotionaler Instabilität. Das Leiden ist sehr vielschichtig und je nach Person sehr verschieden ausgeprägt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, scheint aber bereits im Kindesalter latent vorhanden zu sein. (Quelle: Sprechzimmer.ch).
Borderline Syndrom - Hölle auf Erden
Ein Borderline-Leiden kann die Hölle auf Erden sein. So zumindest hat es die gebürtige Deutsche Sandra Wunderli erlebt. Ihr Vater war vom Alkohol abhängig, sadistisch und unvorstellbar brutal; er tyrannisierte die ganze Familie. Mit den jüngeren Geschwistern musste Sandra zusehen, wie er die Mutter vergewaltigte und sie sogar versucht hatte, umzubringen.
Die ausgeprägten Exzesse ihres Vaters hinterlassen in Sandra Wunderli tiefe seelische Wunden. Als sie den unbeherrschten Charakter ihres Vaters in sich selbst entdeckt, erschrickt sie zutiefst. Sie beginnt, mit Gabeln und Schlüsseln ihre Haut aufzuritzen, um sich für "ihre Schlechtigkeit" zu bestrafen. Heute ist sie frei von diesen Zwängen. Sandra Wunderli ist glücklich mit einem Schweizer verheiratet und zweifache Mutter.
In der TV-Sendung FENSTER ZUM SONNTAG Talk "Ich ritze mich, also bin ich (Borderline)" vom 30./31 Januar 2010 erzählt sie ihre Geschichte. Ebenfalls mit dabei Dr. Samuel Pfeifer, Leiter der Klinik Sonnenhalde in Riehen.
© Christlicher-Glaube.ch - 6.1.2010
Borderline Diagnose
Mindestens drei der folgenden Punkte müssen vorliegen:
- Deutliche Tendenz, unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln
- Neigung zu Konflikten oder Gewaltausbrüchen mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens, besonders wenn impulsive Handlungen kritisiert oder unterbunden werden
- Das eigene Selbstbild, Ziele und persönliche Vorlieben (einschliesslich sexuelle) sind gestört
- Neigung, sich auf intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen; übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden; wiederholte Suiziddrohungen oder selbstverletzende Handlungen
- Anhaltendes Gefühl der Leere
(Quelle: Sprechzimmer.ch)

